Die Idee, die hinter der Anwendung steht ist gut. Es geht darum, Windgeschwindigkeiten mittels Smartphone, aber ohne weitere Hilfsmittel, zu messen. Hierbei dient das im Telefon eingebaute Mikrofon als Messinstrument, d.h. die Geräusche des vorbeiströmenden Luftzugs werden aufgenommen und analysiert.
Fälschlicher Weise neigt der Benutzer dazu, das Smartphone zur Windgeschwindigkeitsmessung mit dem Mikrofon direkt in den Wind zu halten. Betrachtet man die Bilder im PlayStore oder liest man die Bedienungsanleitung durch, erfährt man, dass man das Smartphone senkrecht in den Wind halten soll.

Screenshot vom Windmeter

Für viele Geräte existieren bereits Kalibrierungen. Diese sind notwendig, da sich die verbaute Hardware in den Smartphones teilweise deutlich unterscheidet und somit andere Messergebnisse erzielt würden. Die klare Empfehlung seitens der Entwickler lautet, dass man idealerweise eine individuelle Kalibrierung durchführen soll, sprich man hält ein geeichtes Anemometer und das Handy mit der App nebeneinander und kalibriert die einzelnen Windstärken. In der Praxis wird es sicherlich schwierig, die geeigneten Bedingungen für die unterschiedlichen Windstärken zu finden.
Dazu kommt eine systembedingte Schwäche des Messverfahrens. Da die Messung auf der Auswertung von Schallwellen erfolgt, werden Umgebungsgeräusche mit in die Wertung einbezogen. Legt man beispielsweise das Mobiltelefon mit eingeschalteter App an einen windlosen Platz und unterhält sich daneben, erhält man einen Ausschlag. Beispielsweise entspricht das Tippen dieses Textes auf einer Notebook-Tastatur im Schnitt einer Windgeschwindigkeit von rund 5 km/h in Spitzenwerten sogar 12 km/h.
Dass die gemessenen Geschwindigkeiten nur Näherungswerte sind ergibt sich schon aus dem Text der App: „There is an ability to calibrate your phone model to obtain more accurate results.”
Bei den Messversuchen mit unterschiedlichen Winden zeigte die App immer Tendenzen hin zur korrekten Windgeschwindigkeit, wobei man sich auf die Messergebnisse nicht verlassen sollte. Die Schwankungsbreite war teilweise hoch. Die Qualität entspricht Schätzungen.
Wahlweise bietet die App eine Anzeige in m/s, mph, km/h oder Knoten an. Darüber hinaus wird in der unteren linken Ecke der jeweilige Beaufort-Wert mit angegeben. Über einen Umschaltbutton lässt sich die Anzeige auch auf den Kopf stellen.
Ein sehr nettes Feature ist die implementierte Geschwindigkeitsumrechnung. Diese erweist sich immer dann als nützlich, wenn bei der Wettervorhersage Maßeinheiten verwendet werden, die man nicht zu 100% präsent hat und dementsprechend nicht genau einschätzen kann.
Positiv zu erwähnen ist, dass die App keinerlei besonderen Berechtigungen benötigt. Selbst der üblicherweise freigeschaltete Internetzugang für Werbeeinblendungen ist hier nicht gegeben, d.h. die Anwendung ist werbefrei. Allerdings verlangt der Entwickler knapp drei Euro für die Anwendung.

Infos

  • Version Wind Speed Meter anemometer: 1.0.9
  • Benötigte Android Version: ab 1.6
  • Preis: 2,99 €
  • Größe: ca. 500 kB
  • Bewertung Google Play: 4,1

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